Magyar Viszla

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Der Partner

Der Magyar Vizsla ist ein ungarischer Vorstehhund. Er ist sehr sportlich, mittelgroß, ohne jede Übertreibung in seinen harmonisch abgestimmten körperlichen Merkmalen. Zugleich trägt er die eleganten Züge eines Windhundes. Ungarn hat eine Reihe bedeutender Hunderassen hervorgebracht. Neben den Hirtenhunden sind drei Jagdhunde zu nennen, die bei der FCI anerkannt sind. Wir haben den großen ungarischen Windhund, den Magyar Agar. Daneben stehen die beiden Magyar Vizsla, der Drotzörü und der Rövidszoru. Ersterer ist die hier extrem seltene drahthaarige, letzterer ist die kurzhaarige Variante. Sie unterscheiden sich lediglich in der Struktur des Fells. Wir beschreiben hier den kurzhaarigen Rövidszoru Magyar Vizsla. Er ist in Deutschland der mit Abstand bekannteste ungarische Jagdhund. Der Vizsla wird jagdlich eingesetzt und bewährt sich ebenso als Familienhund. Vorstehhunde stehen vor. Das heißt, sie suchen und zeigen das Wild an. Der Viszla ist sichtlaut, das heißt er bellt, wenn er Beute sieht. Viszla sind gute Apportierer, gerne auch am Wasser. Der Magyar Vizsla hat eine uralte Geschichte. Seit dem Mittelalter ist er mit Namen und Abbildungen belegt. Seit dem 17. Jahrhundert wird er systematisch gezüchtet. Magyar Vizsla waren in ganz Europa begehrt und geschätzt. Dann machten ihnen die modernen britischen Vorstehhunde wie der Pointer den Platz streitig. Der Magyar Vizsla ist allerdings heute noch ein professioneller, vielseitiger Jagdgebrauchshund. Er ist sehr familienfreundlich. Das darf nicht falsch verstanden werden. Denn familienfreundlich heißt nicht automatisch Familienhund. Als erstes ist er ein Jagdhund. Dann im Zweitjob auch Familienhund - und zwar ein sehr guter. Ein Magyar Vizsla ist nicht ohne weiteres als Anfängerhund zu empfehlen. Er hat ein sehr sensibles Wesen. Herrchen und Frauchen müssen Hundeverstand mitbringen. Es ist eine schöne Erfahrung, einen so hellwachen, leistungsfähigen Hund auf der Grundlage einer tiefen emotionalen Bindung zu führen. Das geht wunderbar, aber es will gekonnt sein. Der Viszla braucht eine konsequente, fachkundige Erziehung und Ausbildung, um seine hohe Intelligenz, seine wachen Sinne und seine ausgeprägte Leistungsbereitschaft in die richtigen Bahnen zu lenken. Ein artgerechtes Umfeld vorausgesetzt, ist er ein sensibler, einfühlsamer Freund der Familie und der Kinder. Er ist ein toller Begleiter auch außerhalb der jagdlichen oder sportlichen Arbeit. Er bietet in jedem Fall ein herrliches Erleben der Partnerschaft von Mensch und Hund.

Wird der Magyar Vizsla schlicht als Familien- und Wohnungshund angeboten, sollte man solchen Versprechungen mit Vorsicht gegenüber treten. Der Vizsla macht sich für ein Jagdhund allerdings recht gut als Wohnungshund. Er hat ein freundliches aber feinfühliges Wesen. Wird er nichtjagdlich gehalten, so braucht er entsprechend Beschäftigung in Form von langen Spaziergängen durch die Natur und Herausforderungen im Hundesport. Er meistert sogar professionelle Jobs etwa als Rettungshund. Er darf niemals im Zwinger gehalten werden. Er braucht den engen, persönlichen Anschluss an Herrchen und Frauchen und deren Familie. Wird der Vizsla körperlich oder geistig unterfordert, kann dies auf Dauer zu Verhaltensproblemen führen. Ein Viszla sollte unbedingt aus einer anerkannten Zucht stammen, wo schon die Elterntiere und die Welpen von der Wurfkiste an für ihre Aufgaben sozialisiert wurden. Darüber hinaus ist es notwendig, den Vorstehhund jagdlich oder adäquat sportlich auszubilden und zu arbeiten. In der seriösen Zucht werden eh nur Hunde zugelassen, die erfolgreich die anspruchsvolle Josef-Rauwolf-Zuchtausleseprüfung bestanden haben. Ein Magyar Vizsla aus solcher Zucht verfügt über eine robuste Gesundheit und hat eine hohe Lebenserwartung. Er hat das Potenzial für das große persönliche Hundeglück. Der Vizsla ist nicht allzu groß, beweglich, kann sich benehmen, und - fachkundig geführt - rundweg unkompliziert. So kann man mit ihm alles unternehmen und das Zusammenleben von Mensch und Hund einfach nur genießen.

Wenn Sie einen Hund haben wollen, der

+ mit ihnen eine enge Partnerschaft eingehen will

+ intensive Beschäftigung, idealerweise als Jagdhund, wünscht

+ mit ihnen täglich durch die Natur streifen will

+ ein festes Mitglied der Familie sein darf

dann passt der Magyar Vizsla ganz hervorragend zu Ihnen.

Wenn Sie einen Hund haben wollen, der

+ täglich für etliche Stunden allein bleiben soll

+ ein gemütlicher Vertreter ist

+ mit harten Kommandos geführt werden kann

+ der auch für einen Anfänger geeignet ist

dann ist der Magyar Vizsla wahrscheinlich nicht der richtige Partner für Sie.

Christoph Jung

Erziehung

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Pflege

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Beschäftigung

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Bewegung

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Familie

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Anfänger

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