Tibet Terrier

Foto: Dogs/Adobe Stock

Der Aktive

Der Tibet Terrier ist ein mittelgroßer Hund mit rundum langen Haaren. Er stammt wie der Name schon sagt aus dem Hochland Tibets. Der zweite Teil seines Namens führt in die Irre. Er ist kein Terrier und auch nicht mit diesen verwandt. Er ist ein echter Tibeter. Die Tibeter nannten ihn Apso, was so viel wie kuschelig oder wuschelig heißt. Besser wäre also der Name "Tibet Apso" für diesen vermeintlichen Terrier. Bei der europäischen Standardbestimmung 1988 gaben ihm die Engländer den Terrier mit in den Namen. Sie wollten an bekannte Rassen erinnern und so den Erfolg der neu etablierten Rasse befördern. Schon vor weit mehr als tausend Jahren lebte der Tibet Terrier in den Klöstern der Region bis in den Norden Indiens. Für die Mönche galt er als Glücksbringer und wurde respektvoll behandelt. Anerkennend wurde er "kleiner Mensch" genannt. Den Nomaden und Bauern war der Apso ein universeller Helfer. Er bewachte Zelte und Hof, nahm sich der Mäuse an und half beim Hüten der Yak-Herden. In den extrem harten Wintern bildete sich sein hoch effektives Fell heraus. Das hat eine Unterwolle, die besonders dicht und fein ist. Die Tibeter machten hieraus sogar hochwertige Wolle für ihre Kleidung. Der Apso hatte ein äußerst robustes Fundament, als die größeren unter ihnen in Europa zum Tibet Terrier und die kleineren zum Lhasa Apso gemacht wurden. Aus dem robusten Helfer des Himalayas wurde ein Begleiter in Europa. Dass der Apso ein echter Familienhund ist, will er täglich erfahren. Er braucht den engen Familienanschluss. Aber er braucht auch Bewegung und Herausforderungen gemeinsam mit seinen Menschen. Er ist sehr intelligent und selbstbewusst. Er ist sportlich. Gerühmt werden seine Sprungkraft wie seine Fähigkeit zu klettern. Leider haben Teile der Zuchtszene vergessen, woher dieser Hund stammt. Auf den Ausstellungen wetteifern langhaarige Modepüppchen um die Championate. Feinheiten des Fells scheinen hier wichtiger zu sein als der Erhalt der ursprünglichen Robustheit, Widerstandsfähigkeit und des tollen Wesens dieser Naturburschen aus dem Himalaya. Der Tibet Terrier hat seinen speziellen Charakter. Er ist ein aktives Mitglied der Familie, das sich nicht still und leise anpasst. Er will nach eigener Vorstellung mitmachen. Er gilt als stur. Kindern ist der ein lieber Freund und Kamerad. Auf Grundlage einer vertrauensvollen Bindung zur Herrchen und Frauchen lässt er sich aber sehr gut führen.

Der Tibet Terrier ist ein aktiver Hund, der Beschäftigung will. Wer sportlich ist, hat im Tibet Terrier jedoch den idealen Begleiter für Agility, Obedience oder Dog-Dance. Aber er braucht keinen Leistungssportler als menschlichen Partner. Eine Gassi-Runde um den Block reicht auch mal. Ansonsten stellt er an seine Haltung keinerlei besondere Ansprüche. Ausnahme ist die Fellpflege. Da seine Fellpracht und -fülle durch die Rassezucht stark zugenommen hat, bedarf sie nun regelmäßiger Pflege. Schon als Welpen sollte man seinem Tibi daran gewöhnen, gebürstet zu werden. Wird das Fell nicht regelmäßig gepflegt, kann die Unterwolle verfilzen. Dadurch wiederum können Hautkrankheiten wie Ekzeme entstehen. Der Vorteil des Tibet Terrier-Fells ist, dass es kaum haart. Die Zeit für den Pflegeaufwand spart man hier wieder ein. Für Allergiker ist das sicher auch nicht von Nachteil. Die Aufgaben aus seiner alten Heimat sind in ihm noch heute lebendig. Er ist sehr wachsam. Er schlägt gerne Alarm und mag zunächst einmal weder fremde Hunde noch fremde Menschen. Seinen eigenen Menschen ist er loyal zugewandt und eng verbunden. Er ist sehr beweglich, nicht allzu groß und daher - einigermaßen gut erzogen - ein Begleiter, den man überall mit hinnehmen kann. Ein gesund gezüchteter Tibet Terrier ist ein Begleiter, der hervorragend in unsere Zeit passt und viel Freude bereitet.

Wenn Sie einen Hund haben wollen, der

+ ein guter Wächter ist

+ mit ihnen Spaß an Hundesport hat

+ ein aktives Mitglied der Familie ist

+ überall mitgenommen werden kann

dann passt der Tibet Terrier ganz hervorragend zu Ihnen.

Wenn Sie einen Hund haben wollen, der

+ keinen Pflegeaufwand braucht

+ Everybodys Darling sein soll

+ immer das tut, was man ihm sagt

+ niemals bellt

dann ist der Tibet Terrier wahrscheinlich nicht der richtige Partner für Sie.

Christoph Jung

Erziehung

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Pflege

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Beschäftigung

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Bewegung

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Familie

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Anfänger

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