Siberian Husky

Der Urtyp

Der Siberian Husky, kurz Husky, ist eine der urwüchsigsten Hunderassen überhaupt. Er erinnert an einen Wolf. In seinem Wesen trägt er viele Züge des Wolfes. Seit wahrscheinlich 15.000 Jahren ziehen solche Hunde die Schlitten über Schnee und Eis des Hohen Nordens. Das fanden russische Wissenschaftler heraus. Die Geschichte des Menschen am Polarkreis ist untrennbar mit diesen Hunden verbunden. Nur mit ihrer Hilfe gelang es unserer Spezies, dort zu überleben. Als registrierte Hunderasse ist der Siberian Husky jung. Erst 1932 wurde der Standard verabschiedet. Das war im Grunde nicht nötig. Seinen Standard hatten die Anforderungen der Arbeit bereits tausende Jahre zuvor geschrieben. Heute sehen wir den Husky in drei Linien. Zum einen den Plüsch-Husky, der als Begleiter in der Großstadt dienen soll. Zum anderen haben wir die Renn-Huskys, die siegorientierten Musher die Pokale der Schlittenhunderennen sichern sollen. Dazwischen steht der traditionelle Husky der Inuit. Der Husky ist ein hochspezialisierter Arbeitshund. Laufen ist seine Leidenschaft, speziell das Ziehen von Schlitten. Wer sich für einen Husky interessiert, sollte unbedingt Schlittenhunderennen besuchen. Man spürt die extreme Anspannung der Hunde. Wenn es zum Start geht, gibt es kaum noch ein Halten. Wie bei einer Explosion löst sich diese Anspannung in die rasante Beschleunigung des Schlittens auf, der dann über dutzende Kilometer am Stück gezogen wird. Der Siberian Husky liebt diese Arbeit und er braucht sie auch. Solch extrem disziplinierte Arbeit vor dem Schlitten zeigt, wie weit der Husky bereits vom Wolf entfernt ist. Mit Wölfen vor dem Schlitten käme man keinen Meter weit. Die trotzdem vorhandene wölfische Seite in seinem Wesen macht seine Haltung nicht leichter. Sie kann unter anderem Scheu vor Neuem, Fremden und bei Hektik bringen. Die Hunde geraten schnell in Stress. Huskys sind stille aber hervorragende Beobachter. Sie können blitzschnell und äußerst präzise ein Stück Wurst vom Teller klauen. Sie machen nicht viel Aufheben um ihr Handeln. Allenfalls vor einen gemeinsamen Ausflug geht ihnen das Temperament durch. Zu ihren Menschen sind sie freundlich und sanftmütig. Fremden gegenüber zeigen sie sich erst einmal distanziert. Der Husky ist zwar kein ausgemachter Wachhund aber durchaus bereit und in der Lage, seine Familie zu verteidigen.

Der Siberian Husky lässt sich für erfahrene Hundehalter gut erziehen. Er ist offen und ehrlich und arbeitet gerne mit Herrchen und Frauchen zusammen - auch wenn sich sein "will-to-please" in Grenzen hält. Er ist kein Partner für Spielereien. Nur beim Thema Schlittenziehen ist er mit all seinen Sinnen bei der Sache. Husky brauchen extrem viel Bewegung. Mit einmal um den Block Gassi gehen ist es nicht getan. In der Natur muss man seinen Jagdtrieb im Auge haben. Ansonsten kann man mit ihm weite Wanderungen unternehmen - nur nicht bei Hitze. Ideal ist die regelmäßige Arbeit vor dem Schlitten bzw. im Sommer früh morgens vor dem Roller. Im alltäglichen Umgang ist er problemlos und genügsam. An andere Haustiere namentlich Katzen oder Kaninchen sollte man ihn bereits vom Welpen an gewöhnt haben, sonst sieht er diese als Beute. Der Siberian Husky braucht regelmäßige Fellpflege. Der Fellwechsel, zweimal im Jahr, fällt bei ihm besonders intensiv aus. Dann sind Wohnung, Auto und Kleidung voll von seinen langen Haaren selbst wenn man ihn nun täglich bürstet. Dass ein blaues Auge typisch für den Husky sei, ist eine Züchterlegende. Eigentlich ist es ein Gendefekt, der im Polarlicht zur Erblindung führt. Die Inuit haben solche Hunde aus der Zucht genommen. Ein Husky ist die direkte Abkürzung zu wilden Natur. Es ist ein Geschenk, mit solchen Freunden durchs Leben gehen zu können. Nur hat man dann die unbedingte Verpflichtung, ihm ein Leben zu ermöglichen, das seinen Bedürfnissen entgegen kommt.

Wenn Sie einen Hund haben wollen, der

+ ein eigenwilliger Urtyp ist

+ Partner auf Augenhöhe sein darf

+ mit Ihnen ausgedehnte Wanderungen unternimmt

+ mit ihnen Sport, idealerweise vor dem Schlitten treiben darf

dann passt der Siberian Husky ganz hervorragend zu Ihnen.

Wenn Sie einen Hund haben wollen, der

+ ein Couch-Potatoe ist

+ auch von einem Anfänger geführt werden kann

+ kein Haar im Auto oder der Wohnung lassen darf

+ mit Ihnen durch die Großstadt flanieren soll

dann ist der Siberian Husky wahrscheinlich nicht der richtige Partner für Sie.

Christoph Jung

Erziehung

***

Pflege

**

Beschäftigung

***

Bewegung

*****

Familie

***

Anfänger

**

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