Rhodesian Ridgeback

Feinsinniges Kraftpaket

Ursprung

Der Rhodesian Ridgeback ist ein sehr kräftiger und zugleich windhundgleich eleganter Hund. Das markante Merkmal dieser Hunderasse ist der Ridgeback. Das ist ein klar abgegrenzter Haarkamm auf der Mitte des Rückens, symmetrisch entlang der Wirbelsäule verlaufend, der nach hinten zum Schwanz zeigt - entgegen der Richtung des anderen Haares. Der Rhodesian Ridgeback ist die einzige international anerkannte Hunderasse aus dem südlichen Afrika. Seine genaue Herkunft erscheint bisher als ein Geheimnis. Einiges spricht dafür, dass die alten Hunde der Khoikhoi, von den Kolonialherren Hottentotten genannt, zu seinen Ahnen zählen. Hierfür sprechen mehrere Indizien. Es gibt historische Berichte, die von Hunden mit Ridgeback bei den Völkern des südlichen Afrikas berichten. Diese Hunde wurden als Wachhunde und Schutzhunde für die Herden eingesetzt und durften keine Angst vor angreifenden Löwen oder Leoparden haben. Sie waren zudem bestens an das Klima angepasst. Die britischen Kolonialherren brachten ihre eigenen Hunde mit. Sie sollten die Herden der Kolonialherren beschützen und mit auf die Jagd gehen. Schnell zeigte sich, dass diese Hunde nicht optimal angepasst waren. So hatten sie Angst vor Löwen, was sich beispielsweise clevere Diebe zu Nutzen machten und ihre Füße mit Löwenkot einschmierten, um so die Wachhunde los zu werden. Deshalb kreuzte man Hunde der Khoikhoi ein und mit ihnen auch die Veranlagung für den Ridgeback. Welche europäischen Hunderassen zu den Ahnen des Rhodesian Ridgebacks zählen, ist nicht dokumentiert. In einer aktuellen Studie von 2017 wird eine genetische Landkarte über 100 Hunderassen, darunter den Rhodesian Ridgeback, aufgestellt. Als Basis dient eine Gen-Analyse über mehr als 13.000 Hunde durch ein Team von Genetikern um Heidi Parker. Hier sieht man Rhodesian Ridgeback genetisch neben die Deutsche Dogge eingeordnet. Seit etwa 100 Jahren wird er nun gezielt gezüchtet. Dabei legte man von Anfang an besonderen Wert auf die züchterische Festigung des Ridgebacks. Diese Hunderasse wurde erst in den 1970er Jahren in Deutschland bekannt. Inzwischen hat dieser stattliche Hund von einmaliger Anmutung einen stabilen Freundeskreis gewinnen können.

Eigenschaften/Wesen

Der Rhodesian Ridgeback ist ein Jagd-, Wach- und Begleithund. In Europa wird er nur selten als Jagdhund eingesetzt und ist auch nicht als solcher vom Jagdgebrauchshundverband anerkannt. Er ist heute in erster Linie ein Begleit- und Familienhund. Sein Wesen wird im offiziellen Standard wie folgt beschrieben: "Würdevoll, intelligent, Fremden gegenüber zurückhaltend, aber ohne Anzeichen von Aggressivität oder Scheu." Der Ridgeback ist ein selbstbewusster, muskulöser und sehr kräftiger, jedoch ebenfalls sehr eleganter Hund mit einer Widerristhöhe von etwa 65 cm. In seiner Führung braucht er eine starke Hand. Stark meint zum einen physisch in erster Linie jedoch mental. Der Rhodesian Ridgeback lässt sich von einem Herrchen oder Frauchen mit Kompetenz und Konsequenz auf Basis einer Zuneigung getragenen Partnerschaft gerne und sehr gut führen. Er hat ein ausgeglichenes Wesen, nervenstark und mit hoher Reizschwelle. Ihn bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Zugleich ist er sehr sensibel. Kommandostil ist exakt kontraproduktiv in der Führung dieses starken Hundes. In seiner Familie ist er liebenswert und anschmiegsam. Sein Haus und seine Familie bewacht und verteidigt er mit höchstem Engagement, konsequent und zugleicht kontrolliert. Für den sensiblen Rhodesian Ridgeback ist eine seriöse Zucht und Sozialisation besonders wichtig. Er ist ein spätreifer Hund, der bis zu drei Jahre brauchen kann, um erwachsen zu werden. Am besten er hat ein Herrchen oder Frauchen mit Hundeerfahrung und Hundeverstand. Gut geführt ist er ein toller Familienhund und beeindruckender Begleiter, der wunderschöne Facetten des Lebens eröffnet.

Besonderheiten

Der Rhodesian Ridgeback ist ein territorial ausgerichteter Hund, der ausgedehnte Spaziergänge durch die Natur liebt. Ein Leben mitten in der Großstadt ist für ihn nicht ideal. Der Ridge, der ihm den Namen gibt, stellt zuweilen ein Problem dar. Es handelt sich um die sichtbaren Auswirkungen eines Gendefekts, der beim Menschen als offener Rücken bekannt ist, beim Ridgeback allerdings in einer meist schwachen Form auftritt. In den Würfen fallen regelmäßig Welpen ohne Ridge, also auch ohne diesen Gedefekt. Diese eigentlich gesunden Welpen werden von der Zucht aussortiert und wurden in Großbritannien bis zum Verbot 2009 sogar ganz offiziell getötet. Hier sollte man vielleicht umdenken und die Gesundheit der Hunde konsequent in den Mittelpunkt stellen. Ansonsten ist der Rhodesian eine gesunde und robuste Hunderasse.

Fazit

Der Rhodesian Ridgeback ist ein spannendes Stück Abenteuer. Er ist kraftvoll, elegant und ein verlässlicher, durchaus wehrhafter Freund und Beschützer für die ganze Familie. Er gehört in die Hand von Menschen mit Hundeverstand und Hundeerfahrung.

Christoph Jung

Erziehung

***

Pflege

**

Beschäftigung

***

Bewegung

***

Familie

***

Anfänger

**

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