Pudel

Unterschätzter Primus

Ursprung

Der Pudel, hier der Standard Pudel, ist wohl einer der am meisten unterschätzen Hunde überhaupt. Hundefreund, die den Pudel kennen, wissen, was er alles drauf hat. Zunächst einmal war der Pudel ein sehr anspruchsvoller und vielseitiger Arbeitshund. Er stammt aus derselben Gruppe wie die heute noch als Wasserhunde angesprochenen Rassen. Die Vorfahren des Pudels haben den Fischern beim Einholen der Netze geholfen und das selbst in der harten Brandung des Meeres. In erster Linie halfen sie bei der Wasserjagd. Sie stöberten nach Enten, trieben sie aus dem Schilf und apportierten eine von Jäger erlegte. In Frankreich nennt man den Pudel Caniche. Da liegt die Verbindung zu "Canard", dem französischen Wort für Ente nahe. Das deutsche Wort Pudel soll aus dem altdeutschen "Pfudel" für Tümpel stammen. Aufgrund seiner excellenten Intelligenz, Kooperationsbereitschaft und Lernfähigkeit war er über Jahrhunderte hinweg der bevorzugte Hund der Gauckler und Zirkusleute. Mit seinen Kunststücken erfreute und erstaunte er Generationen von Kindern und Erwachsenen. Der Pudel ist wie kaum ein anderer Hund in die deutsche Kultur eingebunden. Man kann wie ein "begossener Pudel" aussehen. Goethe ließ seinen Faust erkennen "Das also war des Pudels Kern!" Es liegt auf der Hand, dass der Pudel schon sehr früh auch im Hauptberuf zu einem Begleiter der Menschen wurde. Schnell wurde er in drei Größenklassen aufgeteilt, der Groß-, der Standard- und der Kleinpudel. Die Großen begleiteten repräsentativ die adeligen Herren, die kleinen pfiffig die hochgestellten Damen. Wenn man an den Pudel denkt, so denkt man an seine Schuren. Bekannteste ist die Löwenschur, die früher weit verbreitet war. Heute sind Puppy-Clip und Neue Schur in der Szene angesagt. Für Hunde-Ausstellungen und entsprechende Championate brauchen Pudel zwingend eine Ausstellungsschur. Es ist sicher Geschmackssache, sich an einem Hund mit Löwenschur erfreuen zu können. Allerdings werden die Hunde kaum wegen einer Schur zu leiden haben. Hauptsache sie dürfen ansonsten weiter Hund sein und durch Wiesen und Wälder toben. Wahrscheinlich hat die Sitte oder Unsitte der extravaganten Schuren dem Pudel sogar gut getan. So konnte der Mensch seinem Hang zum Besonderen per Gestaltung der Haare nachkommen. Der Körper des Pudels blieb dadurch von Extremzuchten verschont - sieht man von der Verzwergung des Toy-Pudels einmal ab.

Eigenschaften/Wesen

Der Pudel zählt zu den Hunden, die die Wünsche ihrer Menschen am besten und flexibelsten wahrnehmen und umsetzen können. Es gibt Hunderassen wie Mops oder Bulldog, die schon genau wahrnehmen, was Herrchen und Frauchen wollen, sich aber vorbehalten, was sie dann tun. Es gibt Hunderassen wie den Border Collie oder den Deutschen Schäferhund, die uns ebenso wahrnehmen können aber zugleich von Herrchen und Frauchen Beschäftigung nach ihrem eigenen Geschmack einfordern - und auch brauchen. Der Pudel ist hier ein echter Partner quasi auf Augenhöhe. Er kann es mit wohl jedem Hund locker aufnehmen was Intelligenz und Kommunikationsfähigkeit in den Kategorien des Menschen ausmachen. Zugleich ist er offen und flexibel wie kaum ein anderer Hund, was die Schnittmenge der gemeinsamen Wünsche und Vorstellungen angeht. Weder verweigert er sich, noch fordert er ein bestimmtes Programm. Wie jeder Hund freut er sich über tägliche, ausgiebige Gassirunden möglichst in der Natur. Er ist umgänglich auch im Haus aber kein ausgemachter Couch-Potatoe. Ein Pudel lässt sich sehr gut erziehen und darüber hinaus ausbilden. Er hat ein offenes Wesen, das seine Absichten leicht erkennen lässt. Er will von Herrchen und Frauchen geführt werden und ist ein dankbarer Partner in der Erziehung. Der Pudel ist ein Hund, der auch Fehler eines Anfängers verzeiht. Der Pudel ist ein ganz hervorragender Familienhund, aber auch für Hundesport gut geeignet. Er taugt für professionelles Arbeiten und macht sich sogar als Blindenführhund gut. Er hat eine hohe soziale Kompetenz.

Besonderheiten

Ein Pudel hat keinen jahreszeitlichen Fellwechsel. Auch fallen ihm nur wenig Haare aus, er haart kaum. Erfahrene Hundehalter wissen es zu schätzen, wenn ein Hund wenig haart, wenn man nicht wirklich überall Haare findet und diese ständig aus Auto, Anzug, Couch, Teppichen, dem gerade frisch angezogenen Kleid herausbürsten muss. Der Nachteil ist, dass das Fell des Pudels immer weiter wächst und daher regelmäßig geschoren werden muss, etwa alle sechs bis acht Wochen. Dann muss es keine Löwenschur sein. Da tut es ein schlichter Schnitt. Hauptsache das zu üppige, zum Verknoten neigende Fell kommt herunter und die Haut kann wieder gut atmen. Manche behaupten, dass ein Pudel deshalb für Allergiker tauglich sei. Das mag sein, ist aber wissenschaftlich nicht belegt. Ansonsten ist der Pudel ausgesprochen anspruchslos in seiner Haltung. Er macht sich in der Etagenwohnung einer Großstadt ebenso gut wie in einer Villa mit großem Garten. Wichtig ist, dass man den Hund geistig fordert und insbesondere, dass er eine enge, vertrauensvolle Bindung zu seinen Menschen aufbauen kann. Der Pudel ist eine robuste, wenig verzüchtete Hunderasse, sieht man von den so genannten Teacup-Pudeln einmal ab.

Fazit

Der Pudel ist hoch intelligent, lernbegierig und versteht seine Menschen wie kaum ein anderer Hund. Zugleich ist er flexibel und nicht fordernd. Er freut sich über ein facettenreiches Erleben möglichst eng mit seinen Menschen. Er ist ein problemloser Begleiter und Familienhund. Er ist ein Geheimtipp für Hundekenner.

Christoph Jung

Erziehung

*****

Pflege

****

Beschäftigung

***

Bewegung

***

Familie

*****

Anfänger

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