Komondor

Für wen ist der Komondor der perfekte Partner?

Der Komondor ist ein großer, kräftiger Hund mit einem unverwechselbaren Haarkleid. Er stammt von alten ungarischen Hirtenhunden ab. Diese waren in den Weiten der Puszta die unverzichtbaren Helfer der Hirten mit deren Schaf- und besonders Rinderherden. Die Ahnen des Komondors hatten die halbwilden, wehrhaften Rinder der Puszta mit ihren kräftigen, spitz endenden Hörnern locker im Griff. Zudem bewachten und beschützten sie ihre Herden eigenständig vor Wölfen und Bären, wenn der Hirte abwesend war. Ein guter Komondor war der Stolz eines jeden Puszta-Bauern. Es gibt in Ungarn zahlreiche Geschichten von den Heldentaten dieser so hochschätzten Vierbeiner. Noch vor gut 100 Jahren galten Komondor und Kuvasz als eine Hunderasse. Die moderne Rassehundezucht trennte diese und verpasste dem Komondor sein heute extremes Haarkleid. Historische Beschreibungen, Fotos und Bilder zeigen den großen ungarischen Hirtenhund mit einem gewellten oder vereinzelt leicht zottigen, aber immer weißen Haarkleid. Damals zählten das Wesen und die Leistungen der Hunde. Unter dem Label „Komondor“ wurde die Variante des ungarischen Hirtenhundes mit einer genetischen Besonderheit des Fells in eine heute zuweilen extreme Form gezüchtet. Dem heutigen Komondor wachsen im Laufe seines Lebens immer längere Zotten, die ihn zuweilen wie einen riesigen Wischmop aussehen lassen. Der offizielle Standard fordert, dass er „mit verfilztem, zottigem, durchwegs dichtem, langem Haar bedeckt“ ist. Diese Haare können bis zum Boden reichen. Sie lassen die darunter liegende Haut nicht mehr atmen. Solch ein Komondor darf bei Regen, Matsch oder bei starker Hitze nicht nach draußen, da es Tage braucht, ein nasses Fell zu trocknen. Dabei verbirgt sich unter seiner Haarpracht ein wirklich großer Charakter. Der Komondor ist von seinem Wesen her ein toller, äußerst attraktiver, markanter Vierbeiner. Heute behütet er seine Menschenfamilie im allerbesten Sinne. Er ist ausgesprochen cool und friedfertig. Ihn bringt kaum etwas aus der Ruhe. Zugleich weiß dieser kräftige Hund im Zweifelsfall sehr gut, seine Familie zu beschützen. Da ist er von unerschütterlicher Tapferkeit. Sein Haus, Hof, seine Menschen wie auch andere tierische Mitbewohner zählen zu den Seinen. Gerne ist er in der Nacht draußen und kontrolliert sein Areal. Fremden gegenüber ist er zunächst misstrauisch, bleibt aber immer ruhig. Er hat eine extrem hohe Reizschwelle. Für seine menschliche Familie und besonders die Kinder würde er sein Leben jederzeit opfern. Der Komondor ist auch akustisch ein ruhiger Vertreter und bellt nur, wenn es extrem wichtig ist.

Der Komondor ist kein Hund für die Stadt oder eine Etagenwohnung. Er will ein Areal, das er behüten kann. Von seinem Wesen her ist er ein markanter, treuer und zugleich eigenwilliger Hund. Ich mag solche Hunde, die bei aller Treue zu Herrchen und Frauchen ihren eigenen Willen, ihre eigene Persönlichkeit behalten. Der Komondor hat eine starke Persönlichkeit. In dieser strahlt er eine äußerst angenehme Ruhe aus. Er entschleunigt uns. Er ist im Kern ein äußerst robuster und anspruchsloser Hund. Man kann nur hoffen, dass sich seine Zucht eines Besseren besinnt und ihm ein Haarkleid zurückgibt, das ihn das Leben eines normalen Hundes erlaubt. Man sollte daher sein Fell regelmäßig kurz halten. Die arbeitenden Komondore der Puszta kannten dieses heute auf den Ausstellungen als angeblich typisch gezeigte extreme Fell jedenfalls nicht.

Christoph Jung

Erziehung

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Pflege

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Beschäftigung

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Bewegung

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Familie

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Anfänger

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