Bulldog

Extremer Entschleuniger

Ursprung

Die Englische Bulldogge, offiziell kurz "Bulldog" genannt, ist eine besonders markante Erscheinung. Mit seinem bulligen Körper und seinem großen, kurzschnäuzigen Kopf ist er in aller Welt bekannt. Es gibt wohl keinen Hund, ja kein Tier, das so oft als Symbol oder Maskottchen des Menschen verwendet wurde und wird. Er wirbt im deutschen TV neben attraktiven Frauen für Schlankheitsmittel, schmückt unzählige US-Baseball-Teams, gibt seinen Namen für Motorräder, Schiffe, Flugzeuge und ist nebenbei der britische Nationalhund. Und diese Rolle hat er seit Jahrhunderten. Churchill beschwor im II. Weltkrieg den "bulldog spirit" der Briten. "Kämpfen wie ein Bulldog" ist in England oder Nordamerika noch immer ein geflügeltes Wort, um die letzten Reserven zu mobilisieren, freilich heute eher im Sport. Der Bulldog war tatsächlich ein legendärer Kämpfer. Er wurde über mehr als zweitausend Jahre für Hundekämpfe missbraucht. In den Tierkampfarenen der Römer, der Kelten und Briten kämpften diese Hunde mit Stieren. Daher der Name Bulldog. Bulldogs waren berühmt für ihre Kampfkraft und insbesondere für ihre Zähigkeit und Verbissenheit im wahrsten Sinne des Wortes. Es sind etliche Zeugnisse menschlicher Grausamkeit überliefert, die dokumentieren, wie hartnäckig diese Hunde im Kampf sein konnten. Queen Elisabeth I., die Begründerin des British Empire, war eine bekennende Verehrerin des Bulldogs. So explosionsartig wie diese Hunde zu Kampfmaschinen wurden, so schnell waren sie absolut ruhig wenn der Gong für das Ende des Kampfes ertönte. Bei seiner Zucht hatte man im eigenen Interesse schon immer darauf geachtet, diesen Hunden eine extrem hohe Reizschwelle zu geben, so dass sie zwischen den Kämpfen absolut umgänglich, aggressionslos und pflegeleicht waren. Diese Gegensätze sind noch heute im Charakter eines Bulldogs zu lesen. Nach dem Verbot der Hundekämpfe schmückten sich Londoner Gentlemen mit diesem ehemaligen Kämpfer und Symbol britischer Tugenden als Begleiter. Der Bulldog ist die erste Hunderasse überhaupt, die vom Arbeits- zum Begleithund quasi umgeschult wurde. Der ausgediente Kampfhund wurde ein ausgesprochen ruhiger, stoischer Begleiter mit viel Charme.

Eigenschaften/Wesen

Das Wesen eines Bulldogs ist in der Hundewelt einmalig. Er besitzt ein Wesen voller Gegensätze. Stoische Gemütlichkeit kann - wenn auch eher selten - abrupt durch ungestümes Agieren unterbrochen werden. Aus dem tiefsten Grunzen kann er explosionsartig mit dumpfem Bass wie eine Rakete zur Türe schießen, wenn er dort eine unerwünschte Person vermutet. Hat sich die Lage geklärt, setzt er genauso abrupt seine Augenpflege auf der Couch fort. Der Bulldog hat einen besonderen Charme. Dieser baut auf seiner eigenwilligen Persönlichkeit. Einem Bulldog gibt man keine Befehle. Man bittet ihn um etwas und er entscheidet dann, ob diese Bitte Sinn macht. Ein Bulldog sucht die innige Bindung an sein Herrchen oder Frauchen. Schafft man es, das Vertrauen seines Bulldogs zu gewinnen, so wir er einen treu und fast abgöttisch lieben. Er ist dann bemüht, die Wünsche seinen Menschen von den Lippen abzulesen und diesen auch zu folgen, selbst wenn er deren Sinn noch nicht wirklich einsieht.

Besonderheiten

Der Bulldog ist ein toller Begleiter und Familienhund. Mit etwas Erziehung kann man ihn problemlos in jedes Restaurant oder Hotel mitnehmen. Ein gesunder Bulldog ist ausgesprochen pflegeleicht. Er kommt auch in der kleinsten Hütte klar, lediglich viele Treppen taugen nicht. Hauptsache er hat seine intensive Anbindung an seine Menschen. Und nicht zu vergessen: sein Futter. Bulldogs sind oft sehr verfressen, so dass man straff auf ihre Linie achten muss. Das fällt schon schwer, denn sie können ihren ganzen Charme und Witz einsetzen, um Herrchen und Frauchen zu erweichen. Noch viel mehr muss man darauf achten, überhaupt einen einigermaßen gesund gezüchteten Bulldog zu bekommen. Welpen aus Puppy-Mills und von Hinterhof-Züchtern überschwemmen den Markt. Die Champions der Ausstellungsszene leiden oft unter Extremzucht. Es gibt nur wenige seriöse Züchter. Aus Tierschutzgründen hat der Kennel Club 2009 extra seinen Standard geändert, um den extremsten Auswüchsen der Zucht einen Riegel vorzuschieben. Mit bisher wenig Erfolg. So sieht man Champions auf VDH-Ausstellungen mit extremen Falten über der Nase, die laut Standard ausdrücklich als schwerer Fehler verboten sind. Ein bisschen weniger von allem würde den Bulldog retten können: weniger Masse, weniger Falten, kleinere Köpfe dafür mehr Schnauze. Wir Welpenkäufer haben es in der Hand. Dieser real beste Freund des Menschen hat es tausendfach verdient, dass wir mehr Fürsorge für sein Wohl und seine Gesundheit aufbringen. Er braucht diese auch dringend.

Fazit

Der Bulldog ist ein charmanter Begleiter der Extraklasse. Er sorgt für Entschleunigung im oft hektischen Leben. Er schafft es immer wieder, uns zum Lachen und Schmunzeln zu bringen. Er ist immer für seine Menschen da. Nur wir Menschen sollten ihn etwas sorgsamer behüten.

Christoph Jung

Erziehung

***

Pflege

***

Beschäftigung

*

Bewegung

**

Familie

****

Anfänger

***

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