Boxer

Der sportliche Gemütshund

Ursprung

Der Boxer, offiziell "Deutscher Boxer" genannt, stammt von alten Molossern und speziell Bullenbeißern ab, die es seit Menschengedenken gibt. Dieser Typ Hund war im kontinentalen Europa seit dem Mittelalter weit verbreitet; auf den britischen Inseln bereits seit der Antike. Als Treibhunde für Rinderherden und Saupacker bei der Jagd auf wehrhaftes Wild mussten sie sich beweisen. Sie bewachten große Anwesen. Der Übergang zu den Metzgerhunden war fließend. Die Ahnen des heutigen Boxers waren wesentlich bulliger und schwerer. Schaut man sich Ur-Boxer "Mühlbauers Flocki", die Nummer Eins des weltweiten Boxer Stammbuchs an, so würde sie heute auf keiner Ausstellung überhaupt als Boxer zugelassen. Die heutigen Boxer sind wesentlich eleganter und windhundartiger geworden. Von ihrem Gebäude her sind sie mit den alten Bullenbeißern und den Boxern bis in die 1960er Jahre hinein nicht mehr zu vergleichen. Das gilt auch für die Rückenlinie, die früher waagerecht war und für die Winkelung der Hinterhand, die heute viel stärker und insgesamt viel kräftiger ausgeprägt ist. Seinen einmaligen Charakter als liebevoller, ausgesprochen freundlicher und dem Menschen zugewandter Partner hat er aber behalten. Seine Rolle als Diensthund hat er jedoch weitgehend verloren. Es ist heute kaum bekannt, dass der Boxer über viele Jahrzehnte hinweg in einer Reihe mit dem Deutschen Schäferhund ein vielseitig einsetzbarer, hochprofessioneller Arbeitshund war. Seit 1924 ist der Deutsche Boxer ganz offiziell als Diensthunderasse anerkannt. Heute ist der Boxer als Begleit- und Familienhund im Einsatz. Das professionelle Arbeiten hat er aber nicht vergessen. Bei der Körung für eine Zuchtempfehlung spielen Nervenstärke und Wesensveranlagungen wie Schussgleichgültigkeit und Schutzverhalten weiterhin eine Rolle. Der Boxer bewährt sich auch heute noch als Schutz-, Rettungshund wie als Therapiehund und selbstverständlich auch in vielen Disziplinen des Hundesports.


Eigenschaften/Wesen


Das Wesen eines Boxers ist in der Hundewelt einmalig. Er ist herzerfrischend freundlich dem Menschen zugewandt. Oft ist er bis ins hohe Alter verspielt und bringt uns Menschen mit seiner Mimik und seinem - trotz seiner Athletik - zuweilen etwas tollpatschig wirkenden Verhalten zum Schmunzeln und Grinsen. Da kann man sich kaum vorstellen, dass derselbe Hund auch ganz ernst sein kann. Ein Boxer zögert nicht, seine Familie zu verteidigen! Er ist zudem ein guter Wachhund. Der Boxer ist sehr elegant und sportlich, obwohl er immer noch dem Typ des Molossers zuzurechnen ist und genetisch sogar ganz eng mit der Englischen Bulldogge verwandt ist, wie erst 2017 in einer umfassenden genetsche Studie dokumentiert wurde. Allerdings kann man diese Verwandtschaft in seinem Wesen live nachempfinden. So freut er sich in der Regel ganz besonders, wenn er mit Kindern zusammen sein und mit ihnen spielen darf. Zuweilen kann es dann etwas derb zugehen, aber unser Boxer passt auf, dass den Kindern nichts passiert. Der Boxer kann genauso gut verschmust auf dem Sofa liegen oder dort Augenpflege betreiben. Er behütet seine Familie aufmerksam und beflissen, ist dabei jedoch nie aufdringlich oder einschränkend. Ein Boxer ist sehr anhänglich und treu.


Besonderheiten


Der Boxer ist ein idealer Begleiter und Familienhund. Am besten findet er ein etwas sportliches Herrchen und Frauchen. Mit Kindern kann er ausgesprochen gut. Das gilt in aller Regel auch für vierbeinige oder geflügelte Mitbewohner. Früher wurden Ohren und Schwanz kupiert. Auch ohne Kupieren hat er seine einmalige Ausstrahlung behalten. In den letzten Jahren ist man glücklicherweise davon abgegangen, seine Schnauze immer kürzer zu züchten. Der Boxer ist eine einmalige Kombination aus einem potenziell sportlichen Hund und einem ruhigen Vertreter mit coolen Gemüt und ausdrucksstarker Mimik. Die Leistungen eines Boxers als wachsamer und mutiger Behüter und Beschützter seiner Familie sind legendär. Der Boxer ist ein Familienhund par Excellence.


Fazit


Der Boxer ist ein idealer Familienhund und Begleiter für einen sportlichen Menschen, der aber keine Ambitionen als Leistungssportler hat. Er hat ein cooles Gemüt, dass man herzen muss, kann aber im Bedarfsfall auch mit großer Ernsthaftigkeit arbeiten.

Christoph Jung

Erziehung

****

Pflege

*

Beschäftigung

****

Bewegung

****

Familie

*****

Anfänger

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